Ein neuer Trend wie Faszientherapie braucht natürlich auch etwas Material, um Geld erwirtschaften zu können.

Bei Benutzung der gängigsten Formen sind mir aber ein paar problematische Effekte aufgefallen.

Sehr gut für die gesamte Wirbelsäule ist die große Hantel zu verwenden, die gut auf der Rückenmuskulatur zu liegen kommt, ohne die Dornfortsätze der Wirbelkörper zu komprimieren.

Die Übung kann auch an der Wand milder im Stehen durchgeführt werden.

Dasselbe gilt für die kleine Hantel. Diese kann man aber auch gut gegen die Rückenlehne eines Sessels drücken, und sich dann anlehnen. Dies öffnet auf jeden Fall die ventralen Faszien, und bewirkt auch einen aufrichtenden Impuls

Die große Rolle dagegen ist auf Muskelgewebe schon nicht angenehm, völlig unsinnig finde ich aber die Verwendung für die außen liegende Oberschenkelseite. Die Rolle ist dafür viel zu hart, meinem Gefühl nach wird die Knochenhaut des Femur überreizt und geschädigt.

Ein Osteopath unserer Praxis hat sich beim Versuch die Faszie des kleinen Pectoralismuskels aufzumachen die zweite Rippe angeknackst.

Vorsicht walten lassen würde ich auch bei Rollenbehandlungen in RL, bei denen die Rolle unter der Wirbelsäule platziert ist. Für junge Sportler mag das noch angehen, aber die zunehmende Steifigkeit der WS lässt einen so massiven Reiz gar nicht zu, es kommt zu einer zu großen und zu schnellen, Aufdehnung passiver und aktiver Strukturen, die über Jahrzehnte zäh geworden sind.

Fazit: Kein empfehlenswertes Eigentraining, da nicht nur Bindegewebe gequetscht wird, sondern auch empfindliche Strukturen des Körpers.

Laut Fachartikel soll übrigens das beste Faszientraining, ohne Überreizung, schwingende Turnübungen sein, wie seit 120 Jahren in Turnvereinen ausgeübt. Das Motto: Bleibt beim Bewährten, bewährt sich also wieder.